Karl ist Bergmann. Seit 1890 wohnen er und seine Frau Bertha in Schalke. In ihrer Heimat Masuren - einer Ostprovinz des Deutschen Reiches - versprachen die Werber gute Löhne und ein eigenes Haus mit Stall. Karl heuerte bei der Zeche Consolidation an. Davor hat er noch nie ein Bergwerk von innen gesehen. Die Arbeit ist hart, körperlich anstrengend und nicht ungefährlich. Aber der Verdienst ist gut, das Geld reicht für eine kleine Vierzimmerwohnung im dritten Stock eines Wohnhauses. Hier wohnen sie mit ihren drei Kindern. Es gibt auf der Etage nur ein Waschbecken für mehrere Familien und ein Plumpsklo für alle Bewohner im Hof. Ein Badezimmer gibt es nicht. Das ist zwar mehr Komfort, als sie sich in der alten Heimat jemals hätten erträumen können. Trotzdem ist das Leben hier entbehrungsreich. Um über die Runden zukommen, halten Karl und Bertha zwei Schweine und bauen Gemüse an. Am 16. Oktober 1905, einem wolkenverhangenen Montag, wird ihr viertes Kind geboren. Sie nennen es Ernst…

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Schalke ein lebendiger Ort. 1905 leben hier mehr als 30.000 Menschen.
Die Menschen wohnen und leben direkt neben der Schalker Industrie. Die Arbeitswege sind kurz.
Schalke zieht an, weil die Leute hier Arbeit und gute Löhne finden. Die Arbeit ist aber auch schmutzig und vor allem gefährlich.
Wegen des schnellen Wachstums ist Schalke keine Stadt, sondern ein Industriedorf. Um 1905 sind die meisten Straßen nicht befestigt. Eine Kanalisation fehlt.

Schon in jungen Jahren kickt Ernst alles, was ihm vor die Füße kommt: Steine, Dosen, völlig egal. Das höchste der Gefühle ist es aber, wenn er sich mit den anderen Jungs trifft. Auf einer holprigen Wiese neben der Erlöserkirche, nur wenige Meter von Ernst Elternhaus entfernt, spielen sie so viel und oft wie möglich. Ihren Ball haben sie selbst aus Lumpen gebastelt. Einen richtigen Fußball können sie sich nicht leisten. Fußballschuhe noch weniger. Gekickt wird in den guten Lederschuhen. Wenn Ernst nach dem Spielen nach Hause kommt, gibt es nicht immer nur Ärger - manchmal setzt es Schläge, wenn Karl und Bertha die ruinierten Schuhe erblicken. Überhaupt gefällt den Eltern die Leidenschaft ihres Sohnes nicht. Dabei träumt der nur davon, irgendwann neben dem “Fummelkönig” Michael Gogalla für den SC Gelsenkirchen 07 aufzulaufen. Doch es kommt anders. Am Tag nach seiner Konfirmation schlendert Ernst im Jahr 1920 los, um sich ein Spiel der B-Jugend von Erle 08 anzusehen, eine der besten Jugendmannschaften der Gegend. Ihr Gegner heißt Schalke 77…

1904
1912
1915
1919
1924
1928
1904 gründen ein paar Jugendliche den Verein "Westfalia Schalke". 1909 wird er offiziell ins Vereinsregister eingetragen. Aber der Westdeutsche Spielverband lässt den Verein noch nicht zum Spielbetrieb zu.
Westfalia Schalke schließt sich dem "Schalker Turnverein 1877" an. Jetzt können sie in offiziellen Spielen gegen andere Mannschaften antreten.
Nach Beginn des Ersten Weltkriegs muss der Turnverein den Spielbetrieb einstellen. Die Fußballer gründen einen eigenen Verein: den "Sportverein Westfalia Schalke". Bis 1917 können sie wieder spielen.
Ab 1917 wird der Spielbetrieb wegen des Ersten Weltkriegs vollständig eingestellt. Erst 1919 startet der Fußball wieder durch. Die Schalker Fußballer schließen sich wieder dem "Turn- und Sportverein Schalke 1877" an. Dadurch können sie auf dem Sportplatz an der Grenzstraße kicken.
Im Jahr 1924 müssen sich Fußballer und Turner trennen: In Deutschland darf ein Verein nicht mehr gleichzeitig in einem Fußballverband und einem Turnverband sein. Die Fußballer gründen den "Fußballklub Schalke 04 e.V." - als Vereinsfarben wählen sie blau und weiß.
Die Stadt Gelsenkirchen beteiligt sich am Bau der Kampfbahn Glückauf. Am Tag der Einweihung ändert der Verein seinen Namen. Aus Dank wird der Name der Stadt hinzugefügt. Jetzt heißt der Verein "FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V."

Den Schalkern fehlt ein Spieler. Einer von ihnen ist ein Klassenkamerad von Ernst. Als er das Dribbeltalent unter den Zuschauern erkennt, rennt er zum Betreuer und ruft: “Nehmen Sie den Kleinen da, der kann was!” Und wie er was kann: Bei seinem ersten Einsatz schießt der junge Ernst die Schalker mit zwei Toren zum Sieg - in seinen Konfirmationsschuhen. Wie sein großes Idol Michael Gogalla dribbelt er sich durch die gegnerischen Reihen. Wieder zu Hause versteckt er die ramponierten Schuhe im Stall. Als seine Eltern die Wahrheit herausfinden, sprechen sie ein absolutes Fußballverbot aus. Aber Ernst ist nicht mehr aufzuhalten. Seine Welt dreht sich nur noch um den Fußball. Er schleicht sich heimlich zum Training und verbringt auch sonst jede freie Minute mit den Schalkern. Die freien Minuten sind aber weniger geworden. Mit 15 Jahren beginnt er auf Zeche Consolidation zu arbeiten. Erst über Tage am Leseband, zwei Jahre später beginnt er eine Hauerlehre. Von da an geht es in die Tiefe. Morgens um vier begann die Schicht unten im Bergwerk. Die Arbeit ist schwer, sie zehrt an den Kräften.

Aber Ernst hat Glück: Seine Arbeitskollegen wissen, was für überragende Fähigkeiten er auf dem Platz hat. Damit ihr “Clemens” - wie sie Ernst nannten - fit für die Spiele ist, geben sie ihm auf Schicht leichte Aufgaben. Während Ernst in den Jugendmannschaften seine Technik und sein Spiel verbessert, stoßen zwei neue Spieler zur ersten Mannschaft. Die Brüder Fred und Hans Ballmann kehren mit Mitte 20 ins Ruhrgebiet zurück, nachdem sie fast ihr gesamtes Leben in England verbracht haben. Aus dem Mutterland des Fußballs bringen sie ein Spielsystem mit, das niemand in Deutschland kennt: das schottische Kurzpassspiel. Hierzulande bolzen die Mannschaften den Ball einfach wild nach vorne, um schnell den Abschluss zu suchen. Die Ballmann-Brüder impfen den Schalkern dagegen das Kombinationsspiel ein. Sie lassen den Ball laufen, spielen die Gegner schwindelig. 1923 wechselt Ernst aus der Jugend in die erste Mannschaft. Schnell verinnerlicht er das System. Wegen seiner Fähigkeiten ist er bald einer der tonangebenden Spieler in der Mannschaft.

Der Schalker Kreisel hat wenig mit Kampf und Maloche zu tun: Sich aktiv freilaufen und anbieten sind die zentralen Säulen des Spiels. Mit kurzen und präzisen Pässen und gezielten Dribblings werden Chancen geschaffen, nicht erzwungen. Der Kreisel ähnelt dem heutigen Tiki-Taka.

1925 holt Ernst den 18-jährigen Fritz Szepan - seinen späteren Schwager - aus der Jugend hoch. Dabei sind die anderen Spieler von der Idee nicht begeistert: Der Fritz ist nicht schnell genug, sagen sie. Ein starker Dribbler ist er auch nicht. Aber Ernst hat gesehen, wie Fritz mit nur einem Pass ganze Abwehrreihen aushebeln kann. Er ist das passende Gegenstück zu Ernst Kuzorras Dribble-Stärke. Die beiden besten Schüler der Ballmanns führen die Schalker zu den ersten Erfolgen. 1926 steigen sie in die Ruhrbezirksklasse auf, die höchste Spielklasse des Westdeutschen Spielverbands. 1927 feiern sie am Schalker Markt die Bezirks-Meisterschaft. Anschließend treten sie im Kampf um die Westdeutsche Meisterschaft gegen die Meister der anderen drei Bezirksklassen aus Köln, Düsseldorf und Bielefeld an. Sie werden Zweiter. Schalke wird über die Grenzen Gelsenkirchens und des Ruhrgebiets hinaus ein Begriff. Die Mannschaft ist eine neue Kraft im westdeutschen Fußball. Die Menschen aus Schalke sind stolz auf ihre Jungs. 1929 holen sie die Westdeutsche Meisterschaft. Der Schalker Markt bebt…

Immer mehr Menschen aus dem ganzen Ruhrgebiet wollen den Schalker Kreisel sehen. Bereits 1928 weiht der Verein sein neues Stadion ein, die Kampfbahn Glückauf verfügt über 34.000 Plätze. Die feinen Techniker und das Zusammenspiel der Knappen begeistern die Menschen. Auch eine einjährige Sperre des “Arbeiter- und Polackenverein” ändert daran nichts: 70.000 Menschen überrennen beim ersten Spiel nach der Sperre die Kampfbahn, um ihre Schalker zu sehen. Und die sind nicht mehr aufzuhalten. 1934 erreichen Ernst und die anderen den vorläufigen Höhepunkt. Sie haben es ins Finale der Deutschen Meisterschaft geschafft. Sie ist die nationale Champions League, nur die besten deutschen Clubs spielen mit. Am 24. Juni treffen sie in Berlin auf den fünfmaligen Meister 1. FC Nürnberg. Von den 45.000 Zuschauern sind 3.000 Schalker aus dem Ruhrgebiet angereist, manche angeblich mit dem Fahrrad. Vielleicht bereuen es die Ersten, als Nürnberg in der 54. Minute mit einem Tor in Führung geht. Ernst treibt seine Mannschaft in der schwülen Berliner Luft an. Die Knappen schnüren die Nürnberger in der eigenen Hälfte ein, aber der Ausgleich will nicht fallen. Der Gegner schmeißt sich in jeden Schuss. Kurz vor Schluss sind die Kräfte von Ernst fast aufgebraucht. Seine Leiste schmerzt seit Wochen. Doch dann trifft Fritz zum 1:1 - die Mitgereisten wachen auf. 87. Minute, hier geht noch was. Mit “Schalke”-Rufen treiben sie ihre Mannschaft nach vorne. Ernst holt die letzten Reserven raus. In der 90. landet der Ball bei ihm. Er weiß nicht wie, egal. Er hält drauf. Der Ball zappelt im Netz. Schalke ist zum ersten Mal Deutscher Meister.

Ernst Kalwitzki (3.10.1909 - 3.2.1992) gehört zu den besten Stürmern der 1930er-Jahre. Er stößt 1933 zu den Knappen und bleibt bis 1944. Im Finale legt er den 2:1 Siegtreffer für Kuzorra auf.
Von 1925 bis 1949 läuft Fritz Szepan (2.9.1907 - 14.12.1974) im königsblauen Trikot auf. Mit seiner Übersicht und seiner Spielintelligenz lenkt er das Schalker Spiel.
Schnell, dribbelstark und immer den richtigen Riecher für Tore: Diese Qualitäten zeichnen Ernst Kuzorra (16.10.1905 - 1.1.1990) aus. Erst 1949 wird er nach 25 Jahren als Schalker Kapitän seine Laufbahn beenden.
Mit 20 Jahren kommt Otto “Ötte” Tibulsky (15.12.1912 - 25.2.1991) zur ersten Mannschaft. Ballsicherheit und Kopfballstärke zeichnen ihn aus. Eine Verletzung wird seine Karriere 1948 vorzeitig beenden.

Am Schalker Markt verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Darunter mischen sich Gerüchte. Einer will gehört haben, dass Kuzorra nach seinem Siegtreffer ohnmächtig zusammengebrochen ist. Die Schmerzen durch seinen Leistenbruch seien zu viel geworden. Als die Knappen mit der Victoria-Statue - dem Meisterschaftspokal - am Gelsenkirchener Hauptbahnhof einfahren, stehen sie einem Meer aus Menschen gegenüber. Die ganze Stadt ist da, um ihre Helden zu begrüßen. Mit Pferdewagen werden die Spieler durch die Schalker Straße hoch zum Schalker Markt gefahren. Dort präsentieren sie der jubelnden Menge ihre Trophäe. Ernst Kuzorra ist 28 Jahre alt. Er blickt in die Gesichter seiner Nachbarn, Freunde, ehemaligen Kollegen, seiner Familienangehörigen. Er sieht ihre Augen leuchten, in manchen glitzern Tränen. Ernst weiß: Der Pokal bedeutet ihnen genauso viel wie den Spielern. Und er sieht, wie stolz sie sind, dass ein paar von ihren Jungs den Verein nach ganz oben an die Spitze des deutschen Fußballs geführt haben. Dabei ist das hier nur der Anfang: Der Schalker Kreisel wird für die nächsten acht Jahre den deutschen Fußball dominieren. Die nächsten elf Jahre heißt der Westdeutsche Meister Schalke 04. Noch fünfmal werden sie die Deutsche Meisterschaft gewinnen, einmal den Pokal. Der Mythos vom Schalker Markt entsteht.

1933/34
1934/35
1936/37
1938/39
1939/40
1941/42
16 Siege in 18 Spielen 76:17 Tore In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft steuert Kuzorra in acht Spielen drei Tore bei. Eines davon ist der entscheidende Treffer im Finale gegen den 1. FC Nürnberg. In der 90. Minute schießt er den FC Schalke 04 in Berlin mit dem 2:1 zur Meisterschaft. Später wird er die Entstehung des Treffers so erklären: “Ich wusste nicht, wohin mit dem Ball, da hab' ich ihn einfach reingewichst.”
12 Siege in 18 Spielen 47:10 Tore In dieser Saison steigert Ernst Kuzorra seine Torquote: Auf dem Weg ins Finale um die Deutsche Meisterschaft netzt er sechs Mal in sieben Spielen ein. Im Finale treffen die Schalker in Köln auf den VfB Stuttgart. Die Zuschauer erleben eine Flut von Toren. Allerdings kann Kuzorra beim 6:4 Erfolg der Schalker keinen Treffer beisteuern.
17 Siege in 18 Spielen 103:14 Tore Mit einer fulminanten Saison spielte sich der FC Schalke 04 zur Westdeutschen Meisterschaft. Mit diesem Schwung geht es in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft: In der Gruppenphase schießen die Schalker in sechs Spielen 30 Tore. Im Finale setzen sich die Knappen im Berliner Olympiastadion mit einem 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg durch.
13 Siege in 18 Spielen 51:12 Tore In dieser Endrunde bestreitet Kuzorra neun von sieben Spielen für die Knappen. Er steuert insgesamt vier Tore bei. Eines davon im Finale: Mit 9:0 fegen die Schalker die Mannschaft von Admira Wien vor 100.000 Zuschauern aus dem Berliner Olympiastadion.
15 Siege in 18 Spielen 98:18 Tore Auf dem Weg zur fünften Deutschen Meisterschaft gelingt es Kuzorra, sieben Tore beizusteuern. In der Gruppenphase trifft er im Rückspiel gegen den CSC 03 Kassel drei Mal. Der Endstand ist 16:0. Im Finale setzt sich Schalke gegen den Dresdener SC mit 1:0 durch.
15 Siege in 18 Spielen 93:10 Tore In dieser Saison umfasst die Endrunde nur noch fünf Spiele. Kuzorra steht in allen fünf auf dem Platz. Im Achtelfinale trifft er einmal beim 9:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern und einmal im Halbfinale gegen die Kickers Offenbach (6:0). Mit einem 2:0 sichern sich die Knappen in Berlin ihre sechste Meisterschaft innerhalb von acht Jahren.

Die Knappen spielen sich seit Ende der 1920er-Jahre und in den 1930er-Jahren in die Herzen der Menschen. Die Nationalsozialisten versuchen diese Popularität für sich zu nutzen. Ein erfolgreicher “Arbeiterverein” passt zu gut in die Erzählung der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (NSDAP). Die Schalker distanzierten sich nie von der menschenverachtenden Ideologie und dem verbrecherischen System. Der FC Schalke 04 kann sich dem politischen und gesellschaftlichen Klima nicht entziehen. Der Verein beginnt bald, nachdem die Nationalsozialisten an der Macht sind, jüdische Mitglieder auszuschließen. Darunter der zweite Vorsitzende des Vereins: Dr. Paul Eichengrün muss 1933 sein Amt niederlegen. Einige Spieler und Funktionäre traten der NSDAP bei. Trotzdem tut sich keines der Mitglieder als fanatisches und aktives Mitglied der NSDAP hervor. Genauso wenig kritisieren sie das Regime oder widersetzen sich der Politik.

Oben: Ernst Kuzorra in seinen besten Jahren und in Farbe. Dieses Bild wurde aus historischen Vorlagen mittels künstlicher Intelligenz erstellt. 

 

Als der Krieg vorbei ist, liegt Schalke in Trümmern. Die Kaiserhalle, das Vereinsheim am Schalker Markt, ist in den Trümmern untergegangen. Ernst packt mit an, räumt den Schutt und den Dreck beiseite, baut sich sein drittes Tabakgeschäft in Schalke auf. Und auch beim Wiederaufbau der Kampfbahn Glückauf sieht man ihn mit der Spitzhacke in der Hand. In der Mannschaft hilft er zusammen mit Fritz aus. Obwohl beide schon über 40 Jahre alt sind. Wegen des Kriegs ist der Schalker Kreisel auseinandergebrochen. Wegen des Kriegs gibt es keinen Nachwuchs, der die Meistermannschaft ersetzen könnte. Wie früher dirigieren Ernst und Fritz ihre Mitspieler. Aber die vielen Kämpfe, die sie gemeinsam schlugen, haben Spuren hinterlassen. Sie können nicht mehr so wie früher. 1950 verabschieden sie sich bei ihrem Publikum. In ihrem Abschiedsspiel treten sie gegen eine brasilianische Mannschaft an. Ein letztes Mal laufen sie in Königsblau in die Kampfbahn Glückauf ein. Nach 20 Minuten unterbricht der Schiedsrichter die Partie. Ernst sucht seinen Schwager. Beide umarmen sich. Die 30.000 Menschen im Stadion applaudieren ihren Idolen. Mit Blumensträußen verschwindet das alte Schalke im Dunkel der Katakomben.

 Bildquellen: FC Schalke 04, Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, Sammlung Karlheinz Weichelt 

Am 12. November 1950 laufen Fritz Szepan (l.) und Ernst Kuzorra (r.) ein letztes Mal für Schalke 04 auf.
Ernst Kuzorra ist beim Abschiedsspiel 45 Jahre alt, Fritz Szepan 43 Jahre. Ihre Mitspieler sind deutlich jünger.
Nach seiner Karriere bleibt Kuzorra in Schalke. Er widmet sich jetzt ganz seinem Tabakladen.
Die Spiele der Schalker Mannschaft verfolgt er weiter. Nach dem Umzug von der Kampfbahn Glückauf ins Parkstadion wird er aber einmal sagen: “Das ist nicht mehr mein Schalke.”
Trotzdem bleibt er auch nach dem Umzug ins Parkstadion seinem Verein ein Leben lang treu. Bis zu seinem Tod übernimmt er immer mal wieder Ämter.
Wenn er seinen Tabakladen abgeschlossen hat, trinkt Kuzorra sein Feierabendbier bei einem alten Bekannten: Otto Tibulsky führt nach seiner Laufbahn das Vereinsheim an der Kampfbahn Glückauf.
Am 1. Januar 1990 stirbt der größte Schalker aller Zeiten in seiner Heimat. Seine letzte Ruhestätte findet er auf dem Friedhof “Am Rosenhügel” in Schalke.
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