Grilloplatz

Ein Platz für den ersten Schalker Visionär

Als der Essener Industrielle Friedrich Grillo im beschaulichen Landstrich Schalke ankommt, bringt er eine Vision mit: Er will nicht nur den Bergbau hierhin holen. Direkt neben den Zechen will er auch Betriebe ansiedeln, die die Kohle direkt weiterverarbeiten. Mit dieser Idee wird er für Geldgeber aus aller Welt der Superstar der Industriellen im Ruhrgebiet. Eins ist klar: Ohne Grillo keine Zeche Consolidation. Und ohne Zeche Consolidation kein FC Schalke 04.

Die Nachricht von Friedrich Grillos Tod verbreitet sich 1888 wie ein Lauffeuer in den Straßen um den Schalker Markt. Die Menschen sind betroffen. Zwar ging auch das Gerücht um, dass Grillo seine letzten Stunden in einer Anstalt für Geisteskranke verbracht habe. Aber ob es stimmt oder nicht: Er war ein Visionär, ohne den Schalke nicht das wäre, was es heute ist. Als Grillo hier ankommt, hat er ein klares Bild vor Augen: Eine Industriestadt aus Häusern, Zechentürmen und Hochöfen, über der 1.000 Feuer im Himmel lodern. Und er setzt seinen Plan in die Tat um. Neben der Zeche Consolidation entsteht wenige Jahre später der Vorläufer der Gutehoffnungshütte. Für seine Arbeiter baut er die St.-Joseph-Kirche und weitere kulturelle und soziale Einrichtungen. Kurzum: Grillo erschafft Schalke. Nach seinem Tod fassen die Menschen im Stadtteil einen Entschluss: Ein Denkmal soll für immer an den Industriepionier erinnern. Zehn Jahre nach Grillos Tod ist es 1898 so weit: Ein prachtvoller Brunnen wird am Schalker Markt eingeweiht.

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Wie der restliche Schalker Markt wurde auch der Grillo-Brunnen im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zerstört. Nur Grillos Büste überstand den Krieg stark ramponiert. Mitte der 1950er-Jahre wurde eine Replika der originalen Büste angefertigt. Sie steht heute auf dem Grilloplatz. Ihre nüchterne Aufmachung lässt nicht vermuten, dass sie einen der Stars der Ruhrgebiets-Industrie abbildet. Grillo wurde ein goldenes Händchen nachgesagt. Wollte er eine Zeche, ein Walzwerk oder eine Fabrik gründen, rannten ihm die Investoren die Türen ein. Sein Gespür für lukrative Geschäfte war legendär. Die von ihm mitbegründete Gelsenkirchener Bergwerks AG stieg zum größten europäischen Bergbau-Unternehmen auf. Auch sonst war sein Blick von wirtschaftlicher Weitsicht geprägt. Die Gutehoffnungshütte ist ein Zeuge seines visionären Konzepts. Mit ihm verwandelte er Schalke in ein Silicon Valley seiner Zeit. Hier wurden unter modernsten Techniken innovative und hochwertige Waren produziert.

Seit Grillos "Umzug" vom Schalker Markt hat sich auch auf dem Grilloplatz viel getan. Von 2017 bis 2019 wurde der Platz aufwendig umgebaut. Heute ist er barrierefrei und lädt zum Verweilen ein. 2023 sorgte die Stiftung Schalker Markt für ein weiteres Highlight: Mit einem riesigen "Schalke"-Schriftzug hat die Stiftung den Grilloplatz zum ersten Schalker Selfiespot verwandelt. Die hüfthohen Buchstaben sind aus Beton gegossen und selbstverständlich blau.

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